Samstag, 25. November 2017

Warum wir in die Schule gehen




Oje! Gähn!! Schule!!! Na, waren das eure Gedanken? Kenne ich euch Menschen? Herrchen darf das ja nicht hören, der ist Lehrer. Aber ganz unter uns: Der geht auch nicht immer gerne in die Schule. Bei mir ist das was ganz anderes. Ich liebe die Hundeschule! Weil, da gibt es (fast) immer Spaß und Action. Damit sind wir schon beim wichtigsten und entscheidenden Punkt: Schule, und damit das Lernen, müssen Spaß machen. Das heißt nicht, dass unsere Lehrer - bei uns heißt das Trainer - nicht wissen, was sie wollen und das auch umsetzen und von uns verlangen. Aber alles mit Spaß und Freude, sonst wird das nix. Das Lernen liegt uns wie allen Lebewesen im Blut. Es gibt kein Leben, kein Überleben, ohne vom ersten bis zum letzten Tag zu lernen.
Also zurück zur Einstiegsfrage: Warum gehen wir Hunde in die Schule? Nun, werfen wir einmal einen Blick auf unsere Verwandten, die Wölfe. Wenn so ein junger Wolfsschnösel aus dem Bau kriecht, weiß er noch nicht allzu viel über die Welt - er muss also lernen. Was er braucht, um sein späteres Leben als Wolf auf die Reihe zu kriegen, das bringen ihm seine Eltern bei. Die Jungwölfe lernen durch Nachahmung sowie durch Versuch und Irrtum - und durch Spiel. Das ist ja prinzipiell eine ganz gute und brauchbare Methode. Allein, für uns Hunde reicht das nicht so ganz aus.
Wir leben in der Welt von euch Menschen, das bedeutet, wir müssen lernen mit unsereins richtig umzugehen, aber auch mit euereins. Daher die Hundeschule. Und die beginnt idealerweise schon im Welpenalter. Da geht es noch gar nicht so sehr um Lernen im klassischen Sinne, sondern darum, dass wir einerseits möglichst Vieles aus der Umwelt kennen lernen und dass wir andererseits die Beziehung zu Herrchen und Frauchen vertiefen. Und wie funktioniert das? Richtig! Über das Spiel. Spielerisch Hindernisse überwinden wie zum Beispiel Kisten- und Reifenstapel, auch wenn das für uns Zwutschkerl noch so furchteinflößend und bedrohlich ausschaut. Das machen wir gemeinsam mit unseren Lebensmenschen und somit lernen wir, dass wir uns auf sie verlassen können und dass wir Herausforderungen gemeinsam meistern. Das stärkt und festigt die Beziehung, nicht allein das Futter, was natürlich für uns - gerade für uns Labradors - auch immens wichtig ist.
Dazu kommt noch so vieles andere, was wir als heranwachsende Hunde lernen müssen, um uns in der Menschenwelt zurecht zu finden. Manches davon geht ganz nebenbei, wird nicht nur in der Hundeschule, sondern vor allem auch im Alltag vermittelt. Dazu gehört zum Beispiel, dass man nicht sofort aus der Autobox hüpft, wenn sie aufgemacht wird. Oder dass man an diesem komischen Strick, auch Leine genannt, nicht ziel- und planlos durch die Gegend zieht, sondern dorthin marschiert, wo auch Herrchen und Frauchen hinwandern, und das in deren Tempo. Ein ganz wichtiger Punkt ist auch das, was Medical Training genannt wird, das heißt, dass wir vor dem Besuch beim Tierarzt keine Angst haben oder im schlimmsten Fall sogar aggressiv reagieren. Und dass wir mit uns auch so Dinge machen lassen wie ins Maul zu greifen oder Zähne zu putzen.

Ungemein lustig ist das Welpenspiel, das in vielen Hundeschulen angeboten wird. Dabei dürfen wir mal so richtig toben, rennen und herumraufen. Das Spielen und Rangeln macht mit euch Menschen auch Spaß, aber mal ganz ehrlich gesagt, ihr seid uns in der Beziehung nicht so ganz gewachsen. Im Vergleich zu einem Hundepartner seid ihr doch lahme Enten. Dieses Welpenspiel hat aber auch den Hintergrund, dass wir damit lernen, mit anderen Hunden richtig umzugehen, zu wissen, was ein hündischer Gesichts- oder Körperausdruck bedeutet, zu erkennen, wann etwas zu wild war. Und wir sollen lernen, auch im schönsten Spiel auf Herrchen und Frauchen zu hören, wenn sie uns rufen. Habt dabei Geduld mit uns, das funktioniert nicht von jetzt auf gleich. Wenn wir zu euch kommen, dann freut euch mit uns und spielt mit uns, denn dann kommen wir auch in Zukunft gerne zu euch. Und wenn wir von anderen zu sehr angepöbelt oder gar gemobbt werden, dann steht uns bei, gebt uns Sicherheit und das Gefühl, dass ihr in einer Notsituation für uns ad seid. Auch das stärken Bindung und Beziehung.
Leider, leider denken viele Menschen, dass wir mit Abschluss der Welpenschule ausgelernt haben. Das ist mitnichten so. Für uns Hunde gilt das gleiche wie für euch Menschen: lebenslanges Lernen. Dinge, die für uns als Welpen noch so ganz nebenbei eingeflochten werden, gewinnen nun für die Junghunde zunehmend an Bedeutung und Wichtigkeit: Bei Fuß gehen, Sitz, Platz und dergleichen mehr. Insgesamt nennt man das Gehorsam. Doch auch hier soll viel über Spiel und Spaß, über Lob und Bestätigung gearbeitet werden. Eigentlich sind wir Hunde ja ziemlich einfach gestrickt. Wenn wir etwas richtig machen und ihr lobt uns dafür, dann werden wir dieses Verhalten auch in Zukunft verstärkt zeigen. Wenn wir für ein Verhalten nicht bestätigt werden, dann bringt uns das nichts ein und wir werden es einstellen, beziehungsweise, durch ein anderes, besseres und zielführendes ersetzen.

So ganz nebenbei - und jetzt muss ich kurz gegen die Interessen von mir und meinen Kumpels sprechen - es gibt auch Verhalten, das zwar vielleicht für uns im Moment lustig, aber letztlich nicht tolerabel ist. Zum Beispiel wie wild in die Leine zu springen, wenn wir einen anderen Hund oder eine Katze oder sonst etwas Interessantes erblicken. Das muss uns eben ganz klar und konsequent gesagt werden. Dann kapieren wir das auch. Und - ganz wichtig - wenn wir dann richtiges Verhalten zeigen, bitte, bitte, aufs Loben nicht vergessen.
Na gut, wieder zurück zum Thema. Auch für uns Hunde sollte gelten: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. So etwas wie Platz dient also nicht nur dazu, um bei einer etwaigen Prüfung zu zeigen, wie toll, sicher und flott wir auf dieses Kommando reagieren. Nein, das ist auch und vor allem im Alltag wichtig. Egal, ob es sich um ein Platz, ein Sitz, ein Steh oder einfach nur ein Stopp handelt: Wenn wir zum Beispiel in der Stadt an einer Straße ankommen, dann sollen wir dort anhalten, entweder selbständig (für die ganz Klugen unter uns) oder eben auf das entsprechende Kommando (auch Signalwort genannt) hin, ganz egal, was da ist oder uns gerade durch den Kopf geht.
Wieder zurück zum Thema Spiel und Spaß: Ich möchte ich euch das am Beispiel des Sitz erklären. Es bringt nichts, uns anzubrüllen und verbal oder auch tatsächlich niederzuknüppeln oder an der Leine herum- und hochzuziehen, damit wir der Anweisung folgen. Dann haben wir Stress, negativen Stress. Und nun meine Frage: Könnt ihr wirklich lernen, wenn ihr unter starkem Stress steht? Könnt ihr zum Beispiel Vokabeln lernen, wenn auch dabei jemand anbrüllt? Wohl eher nicht. Na eben. Bei uns Hunden funktioniert das genau so. Seid ihr locker, gelöst, ruhig, aber bestimmt und konsequent, wisst ihr genau, was ihr wollt und vermittelt uns das, dann machen wir die von uns verlangten Dinge auch.
Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal auf unsere Vorfahren, die Wölfe, zu sprechen kommen. Die Leittiere sind (in der Regel) nicht die, die mit Gewalt regieren und alle anderen im Rudel ständig niedermachen. Nein, es sind die, die Erfahrung haben und eine natürliche Autorität. Versucht, euch das zu Herzen und als Vorbild zu nehmen.
Also, um das Ganze noch einmal zusammenzufassen: Wir gehen in die Hundeschule, um etwas zu lernen. So nebenbei bemerkt: Ihr Menschen lernt dabei genauso viel, zumindest solltet ihr, vor allem nämlich, uns Hunde zu lesen. Das heißt, unsere Ausdrucksweise und unser Verhalten richtig einzuschätzen. Wir lernen von klein auf, mit anderen Hunden richtig umzugehen und uns auf die Menschen und alles, was damit in Zusammenhang steht, richtig einzustellen. Die Freaks von uns betreiben dann noch Hundesport in unterschiedlichsten Ausprägungen und lernen dabei noch viel mehr Dinge oder Kommandos noch exakter und schneller auszuführen. Das Allerwichtigste ist aber, dass wir lernen in zwei Welten zu leben, in der Hundewelt und in der Menschenwelt. Und dafür braucht’s eine gute Hundeschule.

Das war’s wieder für heute. So long und bis bald, eure Alexa!

Sonntag, 5. November 2017

Wir hätten da noch etwas zu bereden ...


Hallo Leute! Heute möchte ich ein Gespräch wiedergeben, das ich neulich mit Herrchen geführt   habe. Es ging wie folgt:

Alexa: Hallo Herrchen, du machst ein etwas geknickten Eindruck. Was ist los?
Herrchen: Na ja, du weißt schon, unsere letzte Prüfung.
Alexa: Ja?
Herrchen: Du musst zugeben, berühmt war das nicht, was wir da abgeliefert haben.
Alexa: Hey, wir haben bestanden!
Herrchen: Ja, das schon. Aber ein bisschen mehr hätte ich mir schon erwartet.
Alexa: Okay, da gab’s ein paar Kleinigkeiten, die nicht so geklappt haben.
Herrchen: Ein paar Kleinigkeiten? Fangen wir doch gleich einmal mit dem Ablegen an.
Alexa: Also, da kann ich mich im Moment gar nicht dran erinnern.
 Herrchen: Kannst du mir, bitteschön, erklären, warum du ständig aufgestanden bist?

Alexa: Ach so, das. Nun, zu meiner Rechtfertigung: Da war so eine ganz bestimmte, spezielle Duftmarke vor meiner Nase. im Liegen habe ich sie nicht erreicht, also …
Herrchen: Also steht man halt einfach mal auf und riecht sich das aus der Nähe an?
Alexa: Ja, okay, das war nicht in Ordnung. Ich geb’s ja zu.
Herrchen: Und dann, beim Fußgehen, hast du gleich mal weiterriechen müssen am Boden.
Alexa: Nachdem du mich darauf hingewiesen hast, bin ich aber dann brav mitgegangen.
Herrchen: Ja, das stimmt. Da gibt es sogar Beweisfotos, das hast du dann brav gemacht.
Alexa: Eben, eben!
Herrchen: Kommen wir doch mal auf die Übung „Mit Sitz zurücklassen“ zu sprechen. Warum haben Fräulein Alexa da ein Steh gemacht statt ein Sitz?
Alexa: Fangt beides mit S an?
Herrchen: Ha, ha! Ich lach mich tot!
Alexa: Zu meiner Entschuldigung: In letzter Zeit hast du ein paarmal ein schon sehr scharfes „Sitz“ zu mir gesagt. Du weißt, welches Sensibelchen ich bin. So was macht mich total unsicher.
Herrchen: Ja, weiß ich eh. Ich hätte dir ja auch ein Sichtzeichen dazugeben können, dann hätte es sicher geklappt.
Alexa: Eben!
Herrchen: Zum Thema „Bringen“. Kannst du vielleicht das Bringholz irgendwann einmal ruhig in deiner großen Klappe halten? Das ist kein Spielzeug zum Herumschupfen.
Alexa: Wenn’s aber so lustig ist.
Herrchen: Na, für mich weniger.
Alexa: Okay, ich werde mich bemühen.
Herrchen: Gut! Gut! Und jetzt noch zum Voransenden.
Alexa: Ich bin mitgegangen, ich bin auf Kommando gelaufen, ich habe mich auf Kommando hingelegt.
Herrchen: Hast du da nicht eine Kleinigkeit vergessen?
Alexa: Äh, was?
Herrchen: Ich habe einmal Platz nachgerufen: Du bist stehengeblieben. Beim zweiten Mal ist der Hintern runtergegangen, beim dritten Mal bist du im Platz gelegen.
Alexa: Sag ich ja: Rennen, liegen.
Herrchen: Du sollst dich schon beim ersten „Platz!“ hinlegen.
Alexa: Ach so. Na dann, beim nächsten Mal.
Herrchen: Wir sind uns also einig, dass wir weiter üben.
Alexa: Ja.
Herrchen: Und dass wir es beim nächsten Mal besser machen.
Alexa: Klar doch. Und darf ich dich noch auf was hinweisen, Herrchen?
Herrchen: Ja, bitte, meine Lexi.
Alexa: Du hast „wir“ gesagt. Also, du musst auch noch an dir weiter arbeiten.
Herrchen: Ja, das weiß ich. Wir sind ein Team.
Alexa: Genau, ein Team.
Herrchen: Wir gewinnen gemeinsam, wir verlieren gemeinsam.
Alexa: Richtig! Und jetzt?
Herrchen: Was, jetzt?
Alexa: Knuddeln?
Herrchen: Na klar. Knuddeln!


Also, ich bin jetzt beschäftigt, liebe Leser und Leserinnen. Sucht euch auch jemanden zum Knuddeln. So long und bis zum nächsten Mal, eure Alexa!

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Suchen und finden oder Auf dem Weg zum Mantrailer





Hallo Leute! Ich habe wieder was Tolles kennen gelernt und davon muss ich euch unbedingt erzählen. Es handelt sich um das sogenannte Mantrailing. Dabei nutzen die Menschen unsere überragende Riechfähigkeit, in der wir Hunde ihnen ja hochhausweit überlegen sind. Wir nehmen dabei den Geruch einer Person auf, zum Beispiel über ein von ihr getragenes Wäschestück, und dann folgen wir dieser Duftspur über Stock und Stein, über Wiesen und Asphalt und so weiter und so fort, bis wir sie gefunden haben. Unsere Herrchen und Frauchen machen das entweder als Freizeitbeschäftigung mit uns oder auch als ernsthafte Rettungseinsatz, bei dem wie vermisste Personen suchen. Ich habe mit dieser Ausbildung erst begonnen, gelte jedoch als riesen Talent. Vielleicht ergibt sich einmal eine Situation, die so abläuft, wie es sich Herrchen in der folgenden Geschichte ausgemalt hat. Diesmal erleben wir die Geschehnisse einmal aus seiner Sicht (darf ausnahmsweise auch mal sein).

Es regnet in Strömen, kalter Wind pfeift durch die Gassen. Das war es wohl mit den schönen, warmen, sonnendurchfluteten Herbsttagen. Die wenigen bunten Blätter, die jetzt noch auf den Bäumen hängen, wehren sich verzweifelt dagegen, vom Sturm losgerissen und durch die Gegend gewirbelt zu werden. Bei diesem Wetter sollte ich es wirklich machen? Ich sollte tatsächlich aus dem warmen, trockenen Auto aussteigen?
Ja, ich musste. Meine Labradorhündin Alexa wartete in ihrer Box im Kofferraum schon auf ihren Einsatz. Vor ungefähr einer halben Stunde war der Anruf gekommen: eine vermisste Person. Im Einkaufszentrum war die alte, verwirrte Dame zuletzt gesehen worden, seither gab es keine Spur mehr von ihr. Zumindest keine Spur, der Menschen folgen konnten. Das galt aber nicht für meinen Hund, ausgebildet im Mantrailing, trainiert darauf, seine hoch sensible Nase einzusetzen, um der Geruchsspur eines verschwundenen Menschen zu folgen.
Nun gut, gehen wir’s an, dachte ich, stieg aus dem Wagen, zog den Reißverschluss meiner Regenjacke hoch und holte Alexa aus der Box. Wie immer schien ihr das Wetter überhaupt nicht auszumachen. Ich streifte ihr das Trailgeschirr über. Sie wusste natürlich, was jetzt kommen würde, und war schon ganz aufgeregt. Kurz wärmten wir uns auf, dann hielt ich ihr den Geruchsgegenstand vor die Nase, eine Bluse der vermissten Person. Alexa roch - nur scheinbar oberflächlich - daran, warf mir einen wissenden Blick zu, ich sagte ihr Startwort „Trail“ und schon stürmte sie los, die Leine spannte, ich rannte hinter ihr her. Hinter uns folgte der Rest des Einsatzteams: Notarzt, Sanitäter und so weiter.
Es ging quer über den großen Parkplatz. Ständig achtete ich darauf, dass Alexa nicht in eines der zahlreichen Autos rannte, die sich von links und rechts näherten und von meiner Hündin, die voll und ganz auf ihre Aufgabe konzentriert war, natürlich nicht beachtet wurden. Vor der Hauptstraße musste ich sie kurz abbremsen, ein Traktor wäre uns fast zum Verhängnis geworden. Endlich war die Straße frei, die Suche konnte weitergehen. Durch enge Gassen, über Straßen und Plätze führte mich Alexa, folgte unbeirrbar der Geruchsspur, die nur sie wahrnehmen konnte. Passanten wichen uns aus, manche verschreckt, manche verwundert, einige erstaunt, nur wenige ärgerlich.
Wir erreichten den Stadtrand und weiter ging es über eine Wiese und danach hinein in ein kleines Birkenwäldchen. Unvermutet blieb Alexa stehen. Der Geruch musste jetzt ganz intensiv sein, das konnte ich aus ihrer Körpersprache ablesen. Noch ein Stück ging sie vor in das dichte Unterholz, dann setzte sie sich hin. Ich trat an ihre Seite und konnte die vermisste Person erkennen. Noch wusste ich nicht, in welchem Zustand sie war, das Rettungsteam befand sich aber nicht weit hinter uns und würde uns rasch eingeholt haben.

Alexa hatte ihren Job getan, wie immer ausgezeichnet, sicher und erfolgreich. Natürlich lobte ich sie überschwänglich, obwohl es mir in Situationen wie diesen nicht so leicht fiel, wenn ich nicht wusste, ob der Mensch, den wir gefunden hatten, auch noch lebte. Sie bekam ihre Futterbelohnung und - das wichtigste nach dieser harten, intensiven Arbeit - viel zu trinken. Durch Rascheln und Knacken wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, der Notarzt und sein Team trafen ein. Nach kurzer Zeit konnte Entwarnung gegeben werden. Die Gefundene war zwar stark unterkühlt, aber am Leben. Die Geschichte war zum Glück gut ausgegangen. Leider ist das nicht immer der Fall und manchmal gibt es auch kein Happy End. Alexa wurde von allen, die gerade nicht beschäftigt waren, mit Leckerli und Streicheleinheiten überhäuft. Sie genoss es sichtlich und wusste, dass sie wieder einmal die Heldin des Tages war.
Also, das gefällt mir. Ich, Alexa, als Heldin des Tages! Herrchen weiß, wie gute Geschichten erzählt werden und, vor allem, wie sie enden müssen. Also, dieses Mantrailing ist wirklich eine tolle Sache: Ich darf Herrchen an der Leine durch die Gegend ziehen, weil ja nur ich weiß, wo es lang geht, ich darf mein Näschen einsetzen, und ich werde am Schluss ausreichend belohnt mit Futter, Lob und was es da sonst noch alles gibt. Ich kann das jedem meiner Artgenossen nur empfehlen. Damit ich tatsächlich zur Tagesheldin werde, muss ich natürlich noch viel üben, aber in diesem Fall macht das mächtig Spaß.
Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Fakten nennen, weil ich gar so mächtig stolz bin drauf: Wir Wuffs haben in unserem Näschen bis zu 300 Millionen Riechzellen. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! Die Informationen werden weitergeleitet zu einer spezialisierten Region in unserem Gehirn, dem Riechkolben. Der Hirnteil, der somit fürs Auswerten und Verarbeiten des Riechens zuständig ist, nimmt ungefähr 10% des Gehirnvolumens ein; bei euch Menschen ist das nur rund 1%! Und wir können bis zu 300 Mal in der Minute Luft durch unsere Nase einsaugen. Da kommt schon eine ganze Menge an Information zusammen. Abgesehen von dem, was wir noch über das Vomeronasalorgan aufnehmen, das im Maul hinter den Schneidezähnen liegt. Damit schmecken wir quasi Duftmoleküle. In Bezug auf die Grundausstattung sind wir von Mütterchen Natur somit reichhaltig ausgestattet worden. Durch Training werden all diese Anlagen noch verbessert, verfeinert, gefördert und verstärkt. Übung macht den Meister!

Also, bis zum nächsten Mal. So long, eure Alexa.