Mittwoch, 6. Juni 2018

Was mich ärgert





Hallo Leute! Diesmal geht es um ein etwas ernsteres Thema, denn ich möchte euch einmal mitteilen, was mich so ärgert in meinem Leben, worüber ich mich aufrege. Na ja, teilweise sind es mehr Frauchen und Herrchen, die sich über Dinge echauffieren, aber ich schließe mich da mal an. Gleich einmal vorweggeschickt: In der Regel stehen hinter den Dingen, die ich im Folgenden anführen und ausführen werde, mehr die verantwortlichen Zweibeiner, also ihr Menschen, als meine Fellkumpanen.
Also beginnen wir mal mit einem berühmten Satz, der sehr oft zu hören ist, und zwar in verschiedenen Varianten. „Der will nur spielen!“, „Der tut nix!“, „Das ist eh ganz ein lieber!“, „Ist deiner/Ihrer ein Weiberl oder ein Manderl? Ah so, n a dann…!“ Zählst du, geschätzter Leser, zu den Menschen, die sich über solche Aussagen ärgern? Mein Mitgefühl und vollstes Verständnis! Gehörst du zu den Leuten, die diese oder ähnliche Sprüche klopfen? Nun, dann will ich euch mal was aus meiner Hundesicht erklären! Wir Hunde sind Individuen mit unseren Instinkten, unserer verhaltensmäßigen Ausstattung, unserer Körpersprache, unserer Geschichte, unseren Erfahrungen. Jeder Hund ist anders! „Der tut nix!“, ist wunderbar, aber vielleicht bin ich grad nicht in der Stimmung, angemacht zu werden, unbedingt zum Spielen oder was auch immer aufgefordert zu werden, oder noch folgenreicher, es gibt auch bei uns Hunden die Exemplare, die etwas mürrisch und unverträglich sind (oder schlechte Erlebnisse mit sich herumschleppen). Es ist prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, wenn uns Hunden Kontakt zu Unseresgleichen ermöglicht wird, ganz im Gegenteil. Aber bitte, liebe Menschen, lasst euren eigenen Wuff nicht ungefragt auf andere los. Ich will euch auch noch eine kurze Geschichte erzählen: Wie ihr alle wisst, war meine Rania in den letzten Jahren ihres Lebens blind. So, jetzt hatten wir einmal ein Erlebnis im Park, wo ein anderer Hund von seinem Frauchen einfach frei laufen gelassen wurde und er stürmte auf uns zu. Was glaubt ihr wohl, was von dem Frauchen kam? Richtig! „Der tut eh nix!“ Gut, nun stellt euch mal vor, ihr seid blind, und plötzlich werdet ihr von einer wildfremden Person bedrängt. Nicht lustig, oder? Rania hat natürlich mal geknurrt.
Wäre Herrchen nicht dazwischen gegangen, wer weiß, wie das Ganze weitergegangen wäre. Anderes Beispiel: Hündin läufig, Rüde läuft frei herum und folgt natürlich seinen Trieben (Ach, diese Männer!). Wenn nicht gerade Stehzeit, dann folgt Knurren und Abwehrschnappen der Hündin. Die mag das halt einfach nicht! Wenn in der Stehzeit, dann …. Kurz gesagt, für Herrchen oder Frauchen einer läufigen Hündin ist das nicht lustig!

Zusammengefasst: Wir Hunde sind in der Regel bei Gott (Äh, haben wir Hunde einen?) keine Eigenbrötler, zumindest die meisten von uns. Wir wollen Sozialkontakte, wir interessieren uns für die anderen Fellnasen, wir lieben es, zu toben, zu rennen und zu spielen. Aber: Ihr Menschen tragt die Verantwortung für uns, ihr müsst darauf achten, dass alles in geregelten Bahnen abläuft, ihr müsst im Notfall auf unserer Seite stehen. Seinen eigenen Hund mit dem Spruch „Der tut nix!“ einfach loslaufen zu lassen, zeugt von wenig Verantwortungsbewusstsein, von wenig Rücksichtnahme auf andere und auch von wenig Fachwissen über das Wesen von uns Hunden!
Okay, ein weiteres Thema: Ich bin ein Labrador, also von der Rassebeschreibung her sowohl extrem verfressen, als auch immer lieb und verschmust. Das Größte, was es für mich nur geben kann, ist es, wenn wildfremde Menschen auf mich zustürmen, über mich herfallen, mir auf den Kopf tätscheln und was ihnen sonst noch so an Zärtlichkeiten einfällt! Mitnichten, liebe Leute! Abgesehen davon, dass - um wieder auf das Thema Individuum zurück zu kommen - ich etwas reservierter bin als es zum Beispiel Rania war: Wir Hunde, nicht mal wie Labradore, wollen immer und jederzeit geherzt werden. Wir wollen auch unsere Ruhe haben, wir wollen die Leute, die wir an uns ranlassen, zunächst einmal kennenlernen, das heißt, abschnuppern. Wir wollen selbst entscheiden, wann und mit wem wir engeren Kontakt aufnehmen! Ihr Menschen seid oft so blind für unsere hündischen Ausdrucksweisen. Wir geben euch eh schon zu verstehen, wenn wir etwas nicht wollen: Wir weichen zurück, wir drehen den Kopf weg, wir knurren leise. Wenn das alles nichts nützt, wenn das einfach ignoriert wird, na, dann schnappen wir halt auch mal zu. Sogar ihr Menschen sagt: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Aber wir Hunde stehen dann immer als die Bösen da, als diejenigen, die aus heiterem Himmel plötzlich aggressiv werden und auf einen Menschen, der es doch eh nur gut meint, losgehen.
Also, auch hier: Respekt und etwas Wissen über uns Hunde. Dann könnten wir uns einiges ersparen. Noch etwas: Eigentlich wollte ich diesen Punkt nicht ansprechen, weil es gegen meine eigenen Interessen geht, aber Herrchen hat gesagt, ich muss, weil es auch wichtig ist. Nun denn, schweren Herzens: Liebe Menschen, füttert uns nicht ungefragt! Ja, ich weiß, meinem auf „ausgehungerter Hund, eigentlich nur noch Skelett“ perfektionierten Blick kann man kaum widerstehen, und viele meiner Artgenossen haben das auch drauf. Anscheinend ist es bei euch Menschen so, dass ihr denkt, Zuneigung über Futter erkaufen zu können. Abgesehen davon, dass das zwar eine wichtige Grundlage, aber nicht alles ist, sollte man so höflich sein, und vorher den Besitzer fragen. (Die Bezeichnung „Besitzer“ ist wieder ein anderes Thema, aber lassen wir es mal so stehen.) Ich bin zum Beispiel auf viele Inhaltsstoffe allergisch, dumm gelaufen, aber es ist leider so. Ich darf also nicht einfach alles so in mich hineinschlingen. Das kann ein Fremder nicht wissen - und ich werde es nicht sagen. Schlussfolgerung: Siehe oben, vorher erkundigen, ob man dem (ach so armen) Wuff etwas geben darf.
Weil wir gerade beim Thema Fressen sind. Ich wurde von Herrchen dazu angehalten, über noch etwas zu sprechen, worüber ich eigentlich schweigen wollte: Hinterlassenschaften, auch Kacke oder Würstchen oder wie auch immer genannt. Na ja, sagen wir es so, manchmal sind da eben noch Dinge drin, die der Wiederverwertung zugeführt werden sollten, sprich, man muss sie aufnehmen. Für mich als Labrador ganz normal, für euch Menschen „Igitt!“. Ja, ich kann es verstehen, es ist nicht besonders appetitlich und hygienisch. Damit kommen wir nun aber zum Punkt des Ärgerlichen in diesem Zusammenhang: Es gibt nette menschliche Zeitgenossen, die ihre vierbeinigen Freunde einfach herumlaufen lassen, ohne sich weiter um sie zu kümmern und was sie so treiben. In meinen Garten sind dann zum Beispiel regelmäßig - sagen wir es so direkt - Scheißhaufen zu finden. Für mich sehr interessant, für Herrchen und Frauchen weniger, die das entweder entsorgen müssen, oder sich über mich aufregen, wenn ich es vorher entdecke und auf meine Art entsorge.
Also, auch das zählt zum Thema Verantwortung, dass man seinen Hund nicht einfach unbeaufsichtigt irgendwo hinrennen und sich lösen lässt. Und dazu zählt auch, dass man die Hinterlassenschaften als Hundehalter mit einem Gackisackerl aufsammelt, wenn es an Stellen passiert, wo es für andere störend oder unangenehm ist, also zum Beispiel auf dem Gehsteig, im Park und so weiter.
Nun zu einem abschließenden letzten Punkt und Anliegen. Wir Hunde sind eure ältesten Haustiere, eure Gefährten schon über zehntausende von Jahren, wir leben mit euch Menschen, wo auch immer, wir sind wahre Anpassungskünstler. Wir haben gelernt, eure Körpersprache zu lesen, ja, wir wissen oft mehr über euch und euren gefühlsmäßigen Zustand, als ihr selbst. Wir haben gelernt, sowohl auf dem Land zu leben, wo die Freiheit für uns auch nicht grenzenlos ist, wie manche vielleicht meinen, als auch in den dicht gedrängten Großstädten, wo es von Menschen, anderen Genossen und vielen, vielen Düften und Gerüchen und Geräuschen und Eindrücken, die auf uns einströmen, nur so wimmelt. Ja, wir haben all das gelernt und wir können - meistens - ganz gut damit umgehen.

Aber: Wie viel habt ihr Menschen eigentlich über uns gelernt? Was wisst ihr über unser Verhalten, unsere Art und Weise, sich auszudrücken, unser Nöte und Ängste, unsere Bedürfnisse? Leider oft sehr wenig, und da spreche ich nicht nur von Menschen, die selbst keinen Hund haben oder auch so gar nichts mit uns anzufangen wissen. Wie oft kommt es vor, dass Hunde, die reine Arbeitstiere sind, die Aufgaben und Auslauf brauchen, in kleinen Stadtwohnungen gehalten werden, nur, weil die Rasse halt gerade in ist. Wie oft kommt es vor, dass - gerade kleinere Hunde - als modisches Accessoire herhalten müssen. Wie oft kommt es vor, dass Hunde, wenn sie sich ihren Bedürfnissen, ihren Anlagen entsprechend verhalten, dann als Enttäuschung für die Menschen entpuppen, als nicht mehr tragbar gelten, und in ein Tierheim abgeschoben werden, im schlimmsten Fall einfach irgendwo ausgesetzt werden? Und in diesem Zusammenhang noch etwas anderes: Ich weiß, ich bin lieb und nett, fast alle meiner Artgenossen sind lieb und nett, aber mir ist auch bewusst, dass es unter euch Menschen auch welche gibt, die nicht so auf Hunde stehen, vielleicht, weil sie einmal eine schlechte Erfahrung gemacht haben. Das heißt auf der einen Seite, dass ihr Hundehalter das auch respektieren müsst. Das heißt auf der anderen Seite aber auch, dass ich absolut nicht verstehen kann, wie so etwas in blinden Hass auf uns umschlagen kann. Dabei seid ihr Menschen ja sehr erfindungsreich: Giftköder, Wurst mit Rasierklingen und so weiter und so fort. Wisst ihr eigentlich, welches Leid ihr damit auslöst, sowohl beim Wuff, der so etwas aufnimmt, als auch bei seinem Frauchen / Herrchen, die mit ansehen müssen , wie ihr geliebter Vierbeiner im Extremfall elend zugrunde geht? Bei allen Dingen, die ich angesprochen habe, ärgert mich das einfach am allermeisten. Ihr Menschen bezeichnet euch als die Krone der Schöpfung, als einziges intelligentes Wesen auf diesem schönen Planeten, und doch könnt ihr so niederträchtig und gemein und ohne jegliches Mitgefühl sein!
So, das waren nun ein paar Dinge, die mir (und meinem Herrchen, dem Sekretär) auf dem Herzen gelegen sind. Ich hoffe, ich habe euch ein bisschen was zum Nachdenken mitgegeben. So long und bis zum nächsten Mal, eure Alexa!

Mittwoch, 7. März 2018

Meine Freunde




Hallo Leute. Heute geht es wieder um ein sehr emotionales Thema: Freunde und Freundschaft. „Ja, gibt es so etwas bei Tieren überhaupt?“, werden jetzt vielleicht manche fragen. Ja klar, ich weiß, von meinen treuen Lesern und Leserinnen fragt das natürlich niemand, denn ihr wisst ja, dass ihr in uns Hunden die treuesten Freunde habt, die was es geben tut. (Der Gliedsatz war jetzt grammatikalisch speziell Herrchen gewidmet!)
Apropos Herrchen. Ich habe meinen Sekretär wieder mal ein bisschen stöbern lassen, um mich schlau zu machen. So, also laut Lexikon (in Zeiten wie diesen ist das gleichbedeutend mit Wikipedia) ist Freundschaft folgendermaßen definiert: Sie bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander. Na, da haben wir es schon wieder: von Menschen. Ihr Menschen denkt immer nur an Menschen, ihr schreibt über Menschen, ihr redet von Menschen, ihr singt von Menschen! So, genug davon. Jetzt mal Klartext: Glaubt ihr tatsächlich, dass es diese Zuneigung, Freundschaft genannt, nur bei euch, nur zwischen euch gibt? Ja? Glaubt ihr das? Nun, dann werde ich euch im Folgenden anhand einiger Beispiele das Gegenteil beweisen müssen.

Zunächst einmal wären da eine Reihe von Mittieren zu nennen, die ich im Laufe meines Lebens schon kennenlernen durfte und die ich ins Herz geschlossen habe. Und sie mich natürlich auch. Als erstes möchte ich die Sprache auf Samy bringen. Samy, das war - leider war - unser, mein Nachbarskater. Freundlich, süß, niedlich, anschmiegsam, fesch - und mein Freund. Ja, ja, ich weiß: Hund und Katze, das ist so eine Geschichte. Die rennen halt gerne davon, und was rennt, wird gejagt. Da steckt keine böse Absicht dahinter - meistens. Außerdem sprechen wir doch eine etwas verschiedene Sprache. Aber der Samy, der war ganz anders. Der ist zu mir hergekommen, wir haben uns abgeschnuppert, er hat seine Pfote auf mich gelegt - und umgekehrt. Ja, wir haben so unsere Geheimnisse gehabt. Die wüsstet ihr wohl gerne! Leider ist Samy eines Tages verschwunden. Zu unserem neuen Nachbarn, dem Leo, habe ich noch nicht so einen Draht, der ist etwas reserviert. Typisch Katze, könnte ich jetzt sagen.

Kontakt, Kennenlernen, Freundschaft - das läuft bei uns Wuffs halt alles sehr viel über den Geruch. Wie schon allgemein bekannt, sind wir Nasentiere. Die nächsten Freunde, die ich nennen will, das sind ziemlich große Vierbeiner. Es sind Esel. Getroffen habe ich sie bei einer Gassirunde. Ich ohne Leine, vorbei an einer Koppel - wie das heißt - und da habe ich sie gesehen. Natürlich bin ich sofort hingerannt, bin ja ein äußerst freundliches, extrovertiertes Wesen, was das anbelangt. (Obwohl Herrchen immer wieder behauptet, dass ich in Wahrheit ein kleiner Hosenscheißer bin.) Na gut, als ich angetrabt kam, haben dieses Vierbeiner einmal den Rückwärtsgang eingelegt, sich das Ganze von der Weite angesehen, aber weil ich ja doch so süß bin, sind sie dann doch wieder zum Zaun hergekommen. Na ja, was soll ich sagen, es hat nicht lange gedauert, und wir sind Nase an Nase am Zaun gestanden und haben uns ausgiebig beschnuppert und schlussendlich doch auch so etwas wie Freundschaft geschlossen. Ein Hund und ein Esel (eigentlich waren’s vier): Artenübergreifend! Das macht uns ihr Menschen einmal nach, ich vertragt euch ja oft nicht einmal untereinander! Also, meine Esel - leider weiß ich nicht, wie sie heißen - treffe ich nicht allzu oft, aber wenn, dann haben wir immer einiges zu besprechen.

Und wenn wir jetzt schon beim Thema der artenübergreifenden Freundschaften sind, dann will ich euch noch folgende mit auf den Weg geben: Susi und Serafina zählen auch zu meinen Kumpels. Wer das ist? Ha, das sind die beiden Schildkröten von Frauchen und Herrchen. Schon am Morgen ist einer meiner ersten Wege zu den beiden, mal nachschauen, wie es ihnen so geht. Okay, zugegeben, ich sehe auch nach, ob ich da etwas von dem Grünfutter abzweigen könnte (wegen der Vitamine), aber das gelingt mir sowieso recht selten. Ich muss ja schon sagen, mit unseren Gemeinsamkeiten ist es nicht recht weit her, aber doch vertragen wir uns gut, und - ja - man kann es ruhig auch in gewisser Weise als Freundschaft bezeichnen. Ähnlich verhält es sich mit unserem Wellensittich, dem Diego. Mit dem bin ich schon allein deswegen dick befreundet, weil er immer Körnchen aus seinem Käfig rausstreut. Die muss ich natürlich aufschlecken, denn ich will ja Frauchen beim Haushalt helfen.

Nachdem ich euch meine quasi artfremden Freunde vorgestellt habe, komme ich als nächstes zu meinen richtig guten Kumpels, nämlich meinen Hundefreunden. Meine aller-allerbeste Freundin hat mich - wie ihr wisst - leider schon verlassen: Rania. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren Namen. Ich möchte sie euch aufzählen und hoffe, dass ich keinen vergesse. Wenn doch, dann bitte nicht böse sein: Josy, Duke, Daisy, Artos, Dana, Mylord, Nash, Gina und noch viele, viele mehr. Ach, ich geb's auf, ich kann euch gar nicht alle nennen. Ich bin ja viel am Hundeplatz unterwegs und da treffe ich ständig irgendwen von den Kumpels. Meistens ist Training angesagt, ab und zu aber, da dürfen wir auch hundemäßig die Sau rauslassen, dann geht die Post ab! Prinzipiell ist es bei mir ja so: Wenn ich eine andere Fellnase zum ersten Mal sehe, dann spiele ich zunächst den bösen Wolf, dann belle ich, dann hänge ich in der Leine, mache auf wild und gefährlich. Weil, man weiß ja nie, lieber mal Respekt verschaffen. Wenn ich dann hindarf (denn Herrchen und Frauchen haben mich mittlerweile auch durchschaut), bin ich sofort ruhig, dann geht’s mal ans Schnuppern und danach, wenn es erlaubt ist, ans Spielen. Und wenn ich mal Bekanntschaft geschlossen habe, dann gilt das auf ewig, da fährt die Eisenbahn drüber.

Josy und Daisy liebe ich ja besonders, die werfen sich immer auf den Rücken, wenn ich komme. Das stärkt schon auch irgendwie das Selbstwertgefühl und das Ego! Aber die beiden wissen wohl auch, dass sie vor mir keinerlei Angst haben müssen. Jetzt ist es ja prinzipiell nicht so, dass alle Hundegenossen lieb und freundlich und aufgeschlossen und kommunikativ sind. Da gibt es schon auch die Eigenbrötler und die Grandscherbn (wie wir in Österreich sagen). Die habe ich auch schon kennengelernt, diese Erfahrung muss man machen. Und in Zukunft macht man um solche Zeitgenossen halt einen mehr oder weniger großen Bogen. Wenn die es so haben wollen, mir soll’s recht sein. Ich habe genug Freunde. Wie zum Beispiel den Artos: Ein Bild von einem Mann! Stattlich, stolz, selbstbewusst und dabei sanft wie ein Lamm. Also, ganz ehrlich, wenn ich nicht kastriert wäre, da könnte ich schon schwach werden! Ein ganz anderes Kaliber ist die Dana, ein Jungspund, wie er im Buche steht, immer unter Strom und auf 1000 Prozent. Ständig zum Spielen und für Schandtaten aufgelegt. Ganz ehrlich, das wird sogar mir manchmal zu viel. Dann sage ich ihr kurz mal meine Meinung und die Sache hat sich wieder. Wir Hunde sind zum Glück in keiner Weise nachtragend (im Gegensatz zu euch Menschen, das musste an dieser Stelle auch gesagt werden). Eine neue Freundin habe ich erst vor kurzem kennen gelernt, die Kimi. Ein blondes Labrador-Mädel, halbes Jahr alt, übermütig, verspielt. Ach, sie erinnert mich total an Rania!

So, zum - krönenden - Abschluss kommen wir nun zu meinen allerbesten Freunden. Das sind - wie könnte es anders sein - Vertreter der Spezies Mensch. Böse Zungen behaupten, dass für uns Labradore jeder Mensch ein Freund ist, der Futter zumindest einstecken hat, im optimalen Fall auch rausrückt. Ja, ich gebe es zu, das ist eine ganz gute Basis für eine lang andauernde, gute Bekanntschaft. Das sind dann Menschen, die wir auch nach Jahren sofort wieder auf der Straße erkennen. Eine wirklich innige Freundschaft, eine Bindung, eine Beziehung, die habe ich aber nur zu ganz wenigen Zweibeinern, allen voran natürlich zu Frauchen und Herrchen. Da gehört schon noch etwas mehr dazu als Futter. Da gehört dazu, dass wir Knuddeln und Kuscheln, dass wir gemeinsam Abenteuer bestehen, dass wir durch Dick und Dünn gehen. Ganz einfach, dass ich weiß, dass sie immer für mich da sind, dass ich mich auf sie verlassen kann. Und sie wissen, dass sie von mir das kriegen, was ich ihnen als Hund geben kann: meine lebenslange, bedingungslose Liebe und Zuneigung. Wir kennen einander einfach in- und auswendig. Ein Blick genügt oft schon, um zu wissen, was der andere will. Für Außenstehende sieht das vielleicht nach übersinnlichen Fähigkeiten aus, nach Gedankenlesen. Aber es ist ganz einfach das unsichtbare Band zwischen uns, die Verbindung, die durch nichts und niemanden getrennt werden kann. Und da behaupte noch einer, wir Tiere, im Speziellen wir Hunde, kennen keine Freundschaft. Wer das glaubt, der hat ja keine Ahnung.

So long und bis zum nächsten Mal, eure Alexa!

Sonntag, 4. Februar 2018

Wenn ich so über die Welt nachdenke



Liebe Leserinnen, liebe Leser. Hallo, ihr Menschen da draußen, nah und fern. Ich bin, wie ihr wisst, Alexa, ein Labrador. Eine Hündin, ein Tier. Jetzt fragt ihr euch wohl, warum ich das so betone. Ich erkläre es euch. Heute geht es mir um ein besonderes Thema: Die Würde, im speziellen, die Würde der Tiere.
Würde, was ist denn das eigentlich? Würde ist der Achtung gebietende Wert eines Menschen und die ihm deswegen zukommende Bedeutung. So wird dieser Begriff im Wörterbuch beschrieben. (Das hat mit Herrchen rausgesucht.) Und da haben wir es schon: Der Wert des Menschen. Wie aber schaut es aus mit dem Wert von uns Tieren? Ja, als wertvoll werden wir zuweilen schon bezeichnet, und zwar dann, wenn wir zum Beispiel teuer in der Anschaffung waren. Oder: In vielen Ländern haben Tiere einen hohen Wert, weil sie der einzige Besitz von Menschen sind. Aber ist das gleichzusetzen mit dem Wert, wie ich ihn vorher beschrieben habe. Ist gleichzusetzen mit dem Wert, wie er für euch Menschen gilt? Haben wir Tiere denn keinen Wert aus uns selbst heraus? Verdienen wir keine Achtung?
Oh ja, ich sage euch, wir verdienen diese Achtung, wir. Verdienen Würde. Wir haben Würde! Allzu oft wurde sie uns im Laufe der Geschichte von den Menschen abgesprochen. Wir wurden bezeichnet als Dinge, als seelenlose Maschinen. Wir werden heute noch bezeichnet als Sachen. Und genau so werden wir leider allzu häufig auch behandelt! Aber wir sind Lebewesen, genau wir ihr Menschen Lebewesen seid.
Was unterscheidet uns denn? Wie oft wurde behauptet, wir Tiere hätten keine Gefühle, keine Empfindungen. Doch mitnichten. Siehe da: Gerade die moderne Wissenschaft hat das Gegenteil herausgefunden. Fast täglich werden neue Beispiele dafür geliefert, dass wir Tiere sehr wohl Gefühle haben. Das wir Trauer, Leid und Freude empfinden! Das wir einfühlsame, mitfühlende Wesen sind. Oh ja, ihr Hundemenschen habt das ohnehin schon lange gewusst. Aber nun frage ich euch: Warum gibt es noch immer solch mehr als fragwürdige Ausbildungsmethoden wie zum Beispiel die Stromhalsbänder? Warum werden wir so oft unter unwürdigen Bedingungen gehalten? Warum dienen wir für manche nur als Sportgeräte, die zu funktionieren haben? Warum werden Hündinnen als Produktionsmaschinen in Zuchtstätten missbraucht? Warum werden bei einigen Rassen in manchen Ländern noch immer Schwänze und Ohren kupiert? Warum gibt es noch immer Qualzuchten, nur, weil sich so manch - ach so intelligenter - Mensch irgendein absurdes Schönheitsideal vorstellt? Und - Warum werden so viele von uns immer wieder gequält, gefoltert. Seht ihr denn nicht das Leid, die Angst in unsren Augen. Fühlt ihr nicht unseren Schmerz?
Also, liebe Menschen, ihr seid doch die Krone der Schöpfung! Klar habt ihr uns Tieren einiges voraus, wie etwa die Literatur, die Musik, die Malerei oder die Wissenschaft. Da können wir nicht mithalten. Aber, gerade weil ihr die Krone seid, das Spitzenmodell der Evolution, gerade deswegen tragt ihr auch eine gewaltige Verantwortung für eure Mitgeschöpfe. Gerade deswegen sollt ihr, nein, müsst ihr auch Achtung haben vor den Wundern der Schöpfung. Gerade deswegen muss euch bewusst sein, dass jedes Lebewesen seine ihm eigene Würde hat. Behandelt uns auch dementsprechend! Wir haben weder Legebatterien noch Massenhaltung verdient! Wir haben weder sinnlose Trainingsmethoden voller Gewalt noch das schmachvolle Leben als Modeaccessoire verdient. Wir haben es nicht verdient, als Versuchstiere in Laborkäfigen dahin zu vegetieren. Nein, wir sind Individuen, wir sind Persönlichkeiten mit unseren Bedürfnissen und Ansprüchen. Bitte, akzeptiert das!
Respekt ist Achtung, Achtung führt zu Würde. Damit schließt sich der Kreis. Ich, die Labradorhündin Alexa, habe das Glück, in einem Umfeld, einer Familie zu leben, die meine Würde als Lebewesen respektiert, die mir mit Achtung begegnet. Leider aber weiß ich, dass viele Haustiere, geschweige denn viele Wildtiere, diese Achtung vor der Würde des Lebens schmerzlich vermissen.
Mein Traum ist, dass sich dies ändert. Mein Appell an euch, liebe Leserinnen und Leser, ist, dass ihr diese, meine Gedanken in die Welt hinaustragt. Damit eines Tages dieser Traum Realität wird, dass eines Tages die Menschen uns Tiere respektieren - und würdevoll behandeln. Und damit weiter einen Schritt machen auf dem Weg, auch allen Menschen respektvoll und würdevoll zu begegnen. Damit das erreicht wird, was mit einem Wort so schön benannt wird: Humanität. Eine Humanität, die alles Leben mit einschließt!

So long und bis bald, eure Alexa!